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Israel liegt am Schnittpunkt dreier Kontinente - Europa, Asien und
Afrika - im Zentrum des Nahen Ostens und grenzt an Ägypten, Jordanien,
Syrien und den Libanon sowie an das Mittelmeer, das Rote und das Tote
Meer. Mit seiner relativ geringen Größe von 21.500 Quadratkilometern
(etwa die Größe Hessens) erstreckt es sich 470 km in Nord-Süd- und
max. 135 km in Ost-West-Richtung. Die palästinensischen Gebiete liegen
im Osten (Westbank) und Süden (Gazastreifen). |
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Gemessen an seiner Fläche ist Israel ein kleines Land, weist aber die
topographischen und klimatischen Merkmale eines ganzen Kontinents auf.
In Galiläa im Norden geht bewaldetes Hochland in fruchtbare, grüne Täler
über; Sanddünen und landwirtschaftliche Nutzflächen kennzeichnen die
Küstenebene am Mittelmeer; die felsigen Gipfel der Bergketten von
Samaria und Judäa im Inneren des Landes fallen in das tropische
Jordantal und die Region des Toten Meeres am tiefsten natürlichen Punkt
der Erdoberfläche ab. Bergige Wüstengebiete erstrecken sich südlich
in den Negev und das Arawatal und enden am nördlichsten Zipfel des
Roten Meeres.
Für Israels Klima ist reichlich Sonnenschein charakteristisch. Die
Regenzeit dauert von November bis April. Die jährliche
Niederschlagsmenge reicht durchschnittlich von 50 bis 125 cm im Norden
bis zu weniger als 2,5 cm im Süden.
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Das Land der Bibel - die historische Heimstätte des jüdischen Volkes -
hat eine jahrtausendealte Geschichte. Bereits 1028 v.d.Z. wurde unter
Saul ein Königreich errichtet. 28 Jahre später machte sein Nachfolger
König David Jerusalem zur Hauptstadt des Landes. Nach 722 v.d.Z.
folgten Jahrhunderte der Fremdbeherrschung, teils mit jüdischer
Selbstverwaltung. Die Grenzen wurden Veränderungen unterzogen und der
Name des Landes nach der Laune des jeweiligen Herrschers geändert.
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In Anerkennung der "historischen Verbindung des jüdischen Volkes
mit Palästina - dem Land Israel" und "der Gründe für die
Wiederherrichtung seiner nationalen Heimstätte in jenem Land" hat
der Völkerbund 1922 Großbritannien das Mandat übertragen und es u.a.
damit beauftragt, "solche politischen, verwaltungstechnischen und
wirtschaftlichen Voraussetzungen im Land herzustellen, welche die
Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte gewährleisten".
Im selben Jahr schuf Großbritannien in drei Vierteln des ihm
anvertrauten Gebiets das arabische Emirat Transjordanien (heute das
Haschemitische Königreich Jordanien), wodurch nur das Gebiet westlich
des Jordans zur Entwicklung einer jüdischen Heimstätte verblieb. |
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Im November 1947 verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten
Nationen den sogenannten Teilungsplan und stimmte somit für die
Errichtung zweier Staaten in diesem Gebiet - einem jüdischen und einem
arabischen. 1948 endete das Mandat über Palästina, und am 14. Mai
proklamierte das jüdische Volk den Staat Israel in dem von den
Vereinten Nationen zuerkannten Gebiet. Weniger als 24 Stunden später
drangen die Armeen fünf arabischer Länder, die den Teilungsplan und
die Errichtung eines jüdischen Staates im Nahen Osten ablehnten, in den
neuen Staat ein und lösten damit den Unabhängigkeitskrieg aus, der im
Juli 1949 mit einem Waffenstillstandsabkommen endete. Die folgenden
Jahre waren geprägt von terroristischen Überfällen auf israelische Dörfer
und Städte, mit Unterstützung und Förderung der arabischen Staaten,
die außerdem einen wirtschaftlichen und diplomatischen Boykott
einleiteten, internationale Wasserstraßen für die israelische
Schiffahrt blockierten und immer wieder weitere Waffengänge
provozierten.
1956 (Sinai-Krieg) und 1967 (Sechs-Tage-Krieg) reagierte Israel auf die
vorsätzlichen Provokationen mit Präventivschlägen, 1973
(Yom-Kippur-Krieg) wehrte es einen von den arabischen Nachbarstaaten an
zwei Fronten gleichzeitig begonnenen Großangriff ab.
Zeichen der Aussöhnung waren die Friedensverträge mit Ägypten (1979)
und Jordanien (1994), sowie die Prinzipienerklärung (September 1993),
die von Israel und der PLO (als Repräsentantin des palästinensischen
Volkes) unterzeichnet wurde. Darin werden die Regelungen für eine
Selbstverwaltung der Palästinenser in der West-Bank und im Gazastreifen
umrissen, Gebiete, die seit dem Sechs-Tage-Krieg unter israelischer
Verwaltung standen. |
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Israel ist ein Einwanderungsland. Seit der Gründung des Staates 1948
hat sich seine Bevölkerung fast verzehnfacht und zählt rund 7,3
Millionen Einwohner (Dezember 2008). |
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Die Massenimmigration bestand vorwiegend aus Überlebenden des
Holocaust, Flüchtlingen aus arabischen Ländern und in den 80er und
90er Jahren Neueinwanderern aus Äthiopien und Ländern der ehemaligen
Sowjetunion. Die Kenntnisse und Erfahrungen, die diese Einwanderer ins
Land bringen, sind eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Kultur
und die Wirtschaft Israels.
Die überwiegend jüdische Bevölkerung ist zwar durch einen gemeinsamen
Glauben und eine gemeinsame Geschichte verbunden, in ihren Anschauungen
und Lebensformen jedoch durch Verschiedenartigkeit gekennzeichnet. Im
Verlauf der "Sammlung der Zerstreuten" während des letzten
Jahrhunderts haben jüdische Einwanderer die Traditionen ihrer eigenen
Gemeinschaften sowie Bräuche aus Ländern mit ins Land gebracht, in
denen sie seit Generationen gelebt hatten. Einige dieser
Verschiedenartigkeiten sind beibehalten worden und werden gepflegt,
andere hingegen gehen im Lauf der Zeit allmählich verloren. Der
Lebensstil der jüdischen Gemeinschaft ist heute zum Teil westlich, zum
Teil osteuropäisch, zum Teil nahöstlich, doch überwiegend israelisch.
Die Einwohner Israels bilden heute ein buntes Mosaik von Menschen
unterschiedlicher ethnischer Herkunft mit einer Vielfalt an
Lebensstilen, Religionen, Kulturen und Traditionen.
Israel ist ein Land, das eine große arabische Minderheit aufweist. Die
Entwicklung normaler Beziehungen zwischen jüdischen und arabischen Bürgern
Israels wurde aber durch Unterschiede in Kultur, Sprache und Lebensweise
sowie durch den Jahrzehnte andauernden Konflikt zwischen Israel und den
arabischen Staaten, deren Bevölkerungen starke ethnische und familiäre
Bindungen zu den arabischen Bürgern Israels haben, behindert. Beide Bevölkerungsgruppen
leben in Israel nebeneinander, pflegen Kontakte auf wirtschaftlicher,
munizipaler und politischer Ebene, haben jedoch fast keine
gesellschaftlichen Beziehungen. |
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Israel wurde als jüdischer Staat
gegründet. Die Religionszugehörigkeit
gliedert sich wie folgt auf (Dezember 2007):
Juden: 75,6 %
Moslems: 16,6 %
Christen: 2,0 %
Drusen: 1,7 %
Andere: 3,9 %
Die in der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel garantierte
religiöse Freiheit macht Religionsausübung und Glaubenszugehörigkeit
zu einer Sache der persönlichen Entscheidung. Die heiligen Stätten
aller Religionen sind geschützt. |
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Israel ist eine parlamentarische Demokratie, in der die Exekutive, die
Legislative und die Judikative nach dem Grundsatz der Gewaltenteilung
funktionieren.
Die Regierung ist dem Parlament, der Knesset, gegenüber verantwortlich
und muß deren Vertrauen besitzen. Alle israelischen Regierungen seit
1948 sind aufgrund eines Koalitionsvertrages zwischen mehreren Parteien
gebildet worden, da bisher keine der Parteien mehr als die Hälfte der
Knessetsitze auf sich vereinigen konnte. Die Amtszeit der Regierung beträgt
vier Jahre, sie kann jedoch durch Rücktritt oder Tod des Ministerpräsidenten
oder durch ein Mißtrauensvotum in der Knesset früher beendet werden.
Der derzeitige Ministerpräsident ist Ehud Olmert, Staatspräsident ist
Shimon Peres.
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Die Bürgerrechte sind in der Unabhängigkeitserklärung festgelegt.
Darin heißt es: "Der Staat Israel... gewährleistet all seinen Bürgern
ohne Unterschied von Religion, Rasse oder Geschlecht völlige Gleichheit
der sozialen und politischen Rechte. Ebenso gewährleistet er
Religions-, Gewissens-, Sprach-, Bildungs- und Kulturfreiheit."
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Hauptstadt ist Jerusalem, die international noch nicht von allen Ländern
anerkannt wird.
Die Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch, Geschäftssprache ist
Englisch.
Die Landeswährung ist der Neue Israelische Shekel (ILS); 1 € = 5,3 ILS (Stand 31.12.2008). Der US-Dollar (US$)hat sich jedoch in vielen Bereichen als
Finanzkalkulationsgrundlage etabliert.
Der Sonnabend (Schabbat) ist der offizielle wöchentliche Ruhetag in
Israel. Die Moslems begehen ihren Ruhetag am Freitag, die Christen am
Sonntag. |
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Israel zählt heute zu den 20 führenden Industriestaaten. Mit einem
Bruttonationaleinkommen (BNE) von ca. US$ 24.000,- pro Kopf hat es europäischen Standard erreicht, liegt damit sogar höher als einige EU-Mitgliedsstaaten und ist nicht zu vergleichen mit seinen arabischen Nachbarn, deren
Pro-Kopf-Einkommen durchschnittlich unter US$ 1.000,- liegt.
Im Jahr 2007 erzielte Israel mit 5,4% eine der höchsten
Wirtschaftswachstumsraten unter den führenden Industrienationen, 2006 lag diese bei 5,0%. Als Gründe für die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können
u.a. folgenden Punkte genannt werden:
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Eingliederung
einer goßen Zahl von Einwanderern
Mit einem jährlichen
Bevölkerungswachstum von 1,8 bis 2,4% in den letzten Jahren gibt es einen permanenten Zuwachs der
Binnennachfrage.
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Umfangreiche
Freihandelsabkommen
Als einziges Land weltweit verfügt
Israel über Freihandelsabkommen sowohl mit der EU, den USA und
Kanada. Eine intensive staatliche Exportförderung unterstützt
den zunehmenden Erfolg Israels als "Global Player". Jeweils über
34% des Imports und des Exports werden mit Ländern der EU
durchgeführt - die EU ist somit der wichtigste Handelspartner Israels.
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Produktion
hochwertiger Produkte mit hoher Wertschöpfung
Um den Mangel an natürlichen Rohstoffen zu kompensieren,
konzentriert sich Israels Industrie auf die Produktion hochwertiger
Güter. Dabei stützt man sich auf wissenschaftliche Kreativität
und technologische Innovationskraft. Führende Industriebereiche
sind Medizintechnik, Telekommunikation, Solarenergie,
Agrartechnologie und Computer-Hardware und -Software. Die
Diamantenindustrie ist mit Exporten von ca. US$ 11,5 Mrd. (2007) die größte
der Welt.
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Großes
Potential an hochqualifizierten und motivierten Arbeitskräften
Mit 135 Wissenschaftlern und Ingenieuren im Bereich Forschung und
Entwicklung pro 10.000 Beschäftigte nimmt Israel weltweit eine führende
Position ein (für die USA liegt die Vergleichszahl bei 70, für
Deutschland bei 48).
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Hohes
Engagement ausländischer Investoren
Eine gute Wirtschaftspolitik, eine verbesserte Infrastruktur,
Subventionen und Institutionen wie das Investment Promotion Center
(des Industrie- und Handelsministeriums) führten dazu, daß heute
mehr als 450 ausländische (vorwiegend US-amerikanische) Unternehmen
einen Standort in Israel und einen entscheidenen Anteil am BNE
Israels haben.
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Senkung der Inflation
Restrukturierung und Liberalisierung der Wirtschaft haben in
Verbindung mit Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung (1994 noch
14,5%, 1996 10,5%) das Preisniveau auf europäischem Standard stabilisiert (Inflationsrate 2007: 3,4%).
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Deutschland ist nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner für
Israel. Die deutschen Importe, die sich 2007 auf fast US$ 3,5 Mrd.
beliefen, kommen hauptsächlich aus den Bereichen Maschinenbau,
Elektrotechnik, Chemie, Kunststoff und Transportmittel. Deutsche
Produkte sind sehr beliebt, sie stehen für Qualität, für die man auch
bereit ist, einen entsprechenden Preis zu zahlen. Der israelische Export
nach Deutschland lag 2007 bei US$ 1,9 Mrd.
Neben den amerikanischen sind auch viele deutsche Großkonzerne wie
DaimlerChrysler, VW, Siemens, Henkel, Bosch, Thyssen, SAP usw. in Israel
durch Direktinvestitionen, Beteiligungen oder Joint-Ventures vertreten.
Allein Siemens ist an über 50 israelischen Firmen beteiligt. Die
Investition der Volkswagen AG in Höhe von rund € 225 Mio. in ein
Magnesiumwerk am Toten Meer ist das bislang bedeutendste europäische
Engagement. Auch israelische Unternehmen haben in erstaunlichen Größenordnungen
in Deutschland investiert, und mehr als 60 Firmen haben in Deutschland
Tochtergesellschaften gegründet oder sind durch lokale Partner
vertreten.
1986 wurde von den Wirtschaftsministerien Israels und Deutschlands die
Deutsch-Israelische Stiftung ins Leben gerufen, die gemeinsame
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben finanziell unterstützt. Der
Deutsch-Israelischen Kooperationsrat für Hochtechnologie und Umwelt
(GICT) wurde 1993 als Gemeinschaftsinitiative des Ministeriums für
Industrie und Handel, des Weizmann Institutes sowie führender
israelischer und deutscher Unternehmen gegründet.
Wie man unschwer erkennt, sind die deutsch-israelischen
Wirtschaftsbeziehungen trotz aller historisch begründeten Barrieren und
ökonomischer Härten von Erfolg gekrönt. |
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